Meine Lieblingsbücher als Lektorin – Geschichten, die mich geprägt haben 

Als Lektorin lese ich viele unterschiedliche Texte – Manuskripte, Entwürfe, fertige Bücher. Dabei achte ich auf Dinge wie Stil, Struktur oder Figurenentwicklung. Trotzdem gibt es Bücher, bei denen ich genau das vergesse. 

Bücher, in die ich einfach eintauche. Geschichten, die mich mitnehmen, die mich berühren und die mir im Gedächtnis bleiben. 

In diesem Artikel möchte ich dir einige meiner Lieblingsbücher vorstellen. Dazu zählen auch einige jüngere Werke, weil wir nie auslernen. Es sind nicht nur Bücher, die ich gern gelesen habe, sondern Bücher, die zeigen, was Geschichten besonders macht – und was Autor:innen daraus lernen können. 

Warum Lieblingsbücher so wichtig sind 

Alle Autor:innen haben Bücher, die sie geprägt haben. Geschichten, die vielleicht der Grund waren, selbst mit dem Schreiben anzufangen. Diese Bücher sind mehr als nur Unterhaltung.  

Sie zeigen uns: 

was uns berührt 

welche Figuren uns im Kopf bleiben 

welche Art von Geschichten wir selbst erzählen möchten 

Gerade als Lektorin merke ich oft, wie stark solche Einflüsse sind. Sie spiegeln sich in Schreibstil, Themen und Figuren wider – manchmal ganz unbewusst. 

Die Sonea-Reihe von Trudi Canavan – Figuren, die wachsen 

Die Reihe rund um Sonea von Trudi Canavan gehört für mich zu den Geschichten, die ich immer wieder gern lese. Was diese Bücher für mich besonders macht, ist die Entwicklung der Hauptfigur. Sonea beginnt als Außenseiterin und wächst im Laufe der Geschichte über sich hinaus. 

Gerade diese Entwicklung ist etwas, das viele Geschichten trägt: Figuren, die nicht perfekt sind, die lernen, scheitern und sich verändern. 

Als Autor:in kannst du hier viel mitnehmen: 

  • Gib deinen Figuren Raum, sich zu entwickeln 
  • Lass sie Fehler machen 
  • Zeig ihre Unsicherheiten genauso wie ihre Stärken 

Denn genau das macht sie greifbar. 

Asrai von Liane Mars – Atmosphäre und Gefühl 

Liane Mars ist eine Reihe, die vor allem durch ihre Stimmung wirkt. Es ist weniger die Handlung allein, die im Kopf bleibt, sondern das Gefühl, das beim Lesen entsteht. Die Welt, die aufgebaut wird, die leisen Momente, die Zwischentöne. 

Das ist etwas, das oft unterschätzt wird: Geschichten leben nicht nur von Ereignissen, sondern von Atmosphäre. 

Für dein eigenes Schreiben bedeutet das: 

  • Nimm dir Zeit für Stimmungen 
  • Arbeite mit Details 
  • Lass auch ruhige Momente zu 

Nicht jede Szene muss laut oder dramatisch sein, um zu wirken. 

Der Name des Windes von Patrick Rothfuss – Sprache und Erzählweise 

Patrick Rothfuss ist ein Buch, das viele wegen seiner Sprache lieben – und ich gehöre definitiv dazu. Die Art, wie hier erzählt wird, ist ruhig, fast poetisch, und gleichzeitig sehr klar. Man merkt, wie viel Aufmerksamkeit in jede Formulierung geflossen ist. 

Das zeigt, wie stark Sprache eine Geschichte tragen kann. Für Autor:innen ist das ein wichtiger Punkt: 

  • Achte auf deinen Stil 
  • Lies deine Texte laut 
  • Überarbeite bewusst 

Gerade im Lektorat zeigt sich oft, wie viel Wirkung schon kleine sprachliche Veränderungen haben können. 

Bride und Mate von Ali Hazelwood – Dynamik und Dialoge 

Die Bücher Bride und Mate bringen etwas ganz anderes mit: Tempo, Humor und starke Dialoge. Hier merkt man sofort, wie wichtig lebendige Gespräche zwischen Figuren sind. Dialoge tragen die Beziehung, die Spannung und oft auch den Witz einer Geschichte. 

Was man daraus lernen kann: 

Dialoge sollten natürlich wirken 

Figuren sollten unterschiedlich sprechen 

Gespräche dürfen Konflikte enthalten 

Gerade Dialoge sind etwas, das im Lektorat häufig überarbeitet wird – und gleichzeitig enorm viel Wirkung hat. 

Was all diese Bücher gemeinsam haben 

So unterschiedlich diese Geschichten auch sind, sie haben etwas gemeinsam:  

Sie funktionieren emotional. 

Es geht nicht nur darum, was passiert – sondern darum, was es auslöst. 

  • Figuren, mit denen man mitfühlt 
  • Situationen, die nachvollziehbar sind 
  • Momente, die hängen bleiben 

Genau das ist es, was Leser:innen dazu bringt, weiterzulesen. 

Was du als Autor:in daraus mitnehmen kannst 

Wenn du selbst schreibst, kannst du dir eine einfache Frage stellen: 

Was hat mich an meinen Lieblingsbüchern berührt? 

Oft sind es nicht die großen Wendungen, sondern kleine Dinge: 

  • ein ehrlicher Moment 
  • eine gut geschriebene Szene 
  • eine Figur, die sich echt anfühlt 

Wenn du verstehst, warum dich eine Geschichte bewegt, kannst du dieses Gefühl auch in deine eigenen Texte einfließen lassen. 

Fazit 

Lieblingsbücher sind mehr als nur Geschichten. Sie zeigen uns, was uns wichtig ist, was uns berührt – und was wir selbst erzählen möchten. 

Ob es die Figurenentwicklung in der Sonea-Reihe ist, die Atmosphäre in Asrai, die Sprache in Der Name des Windes oder die Dynamik in den Büchern von Ali Hazelwood – jede dieser Geschichten hat etwas, das sie besonders macht. 

Und genau darin liegt auch der Schlüssel für gutes Schreiben: herauszufinden, was eine Geschichte lebendig macht – und dieses Gefühl in den eigenen Texten umzusetzen. 

Hinweis zum Lektorat 

Gerade bei der Überarbeitung eines Manuskripts zeigt sich oft, ob eine Geschichte dieses gewisse Etwas hat: Sind die Figuren greifbar? Wirkt die Sprache? Bleiben Szenen im Kopf? 

Als Lektorin unterstütze ich dich dabei, genau diese Stärken herauszuarbeiten und deinen Text so zu verfeinern, dass er Leser:innen wirklich erreicht. Schreib mir gerne über mein Kontaktformular oder info@evaschug.com und ich erstelle dir ein kostenloses Probelektorat. Schau auch gern vorab schon mal bei meinen Lektoratsleistungen vorbei. 

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